Der Hörfilmpreis

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) verleiht seit 2002 den Deutschen Hörfilmpreis und zeichnet damit herausragende Hörfilme aus sowie Projekte, die diese barrierefreien Filmerlebnisse voranbringen. Zu den Preisträgern gehörten unter vielen anderen die Filme "Erbsen auf halb sechs", "Ziemlich beste Freunde", "Auf das Leben" und "Der Tatortreiniger".

Die Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises hat sich zu einer Perle unter den Berliner Veranstaltungen mit großer medialer Aufmerksamkeit entwickelt. Viele prominente Gäste setzen sich zusammen mit dem DBSV für ein umfangreiches Hörfilmangebot im Kino, auf DVD, Video-On-Demand und im TV ein und fordern den barrierefreien Zugang zu diesen Angeboten.

Unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf und ab 2009 von Christine Neubauer konnten bei den Verleihungen im Atrium der Deutschen Bank viele prominente Gäste aus Politik, Film und Wirtschaft begrüßt werden, unter ihnen der damalige Bundespräsident Horst Köhler und Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit, Monika Grütters, Bruno Ganz, Karoline Herfurth, Gudrun Landgrebe, Sandra Maischberger, Ulrich Matthes, Katja Riemann, Matthias Schweighöfer und viele andere mehr.

Die Verleihungen wurden stets zum Anlass genommen, Themen rund um den Hörfilm in den Fokus zu rücken und Fortschritte bei der gleichberechtigten Teilhabe blinder und sehbehinderter Filmfans zu feiern. Im Jahr 2013 kündigte der damalige Staatsminister Bernd Neumann an, dass mit dem neuen Filmförderungsgesetz barrierefreie Filmfassungen zur Förderbedingung werden, eine Maßnahme, die zu einem sprunghaften Anstieg von Hörfilmen im Kino führte.

Das Hörfilmangebot hat sich von anfangs nur acht Sendeterminen im Jahr 1997 und wenigen Hörfilmen auf DVD über rund 950 Hörfilm-Ausstrahlungen im Jahr 2010 zu inzwischen ca. 20 Sendeterminen pro Tag im TV und vielen Filmen im Kino und auf DVD entwickelt. Dennoch sind nicht alle Filme mit Audiodeskription im Kino barrierefrei erlebbar, finden viele barrierefreie Filmfassungen nicht ihren Weg auf eine DVD, auf Video-On-Demand-Angebote oder ins private Fernsehen.

Bei der Verleihung des 15. Deutschen Hörfilmpreises am 21. März 2017 im Kino International werden die Filme ausgezeichnet, die die Jury durch ihre besondere Qualität der Audiodeskription überzeugt haben.

Was ist ein Hörfilm?

Ein Hörfilm ist ein Kino- oder Fernsehfilm mit zusätzlichen Bildbeschreibungen. In den Dialogpausen vermitteln knappe Erläuterungen die visuellen Elemente einer Szene. Diese Technik, die blinden und sehbehinderten Menschen einen direkten Zugang zu Fernsehen, Kino und Theater eröffnet, nennt sich Audiodeskription.

Die Idee der Audiodeskription entwickelte Gregory Frazier an der Francisco State University of Creative Arts Mitte der 70er Jahre. Im Jahr 1989 wurde sie erstmalig in Europa auf den Filmfestspielen in Cannes vorgestellt.

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